Shut up and take my Money

Nahezu jeder hat schon davon gehört, wenn sich nicht sogar schon aktiv daran beteiligt, entweder ein Projekt “mitgebacken”, oder mitfinanziert zu haben, oder ein Projekt vorgestellt, welches uns das Leben leichter machen soll. Die Palette reicht von kleinen Projekten, die von Privatpersonen oder auch kleineren Start-Ups realisiert werden, wie auch von großen Firmen, die ihr Produkt auf den Markt bringen wollen.

Die Ideen dahinter, sowie die Frage nach dem “Warum Crowdfunding?” sind so unterschiedlich, wie es Menschen im Internet gibt. Pebble zum Beispiel konzeptioniert die Uhren zuerst und will mit dem Geld, dass über Kickstarter mit Early Bird Angeboten die Massenproduktion der neuen Uhr(en) ermöglichen. Bei dieser Methode von Risikofinanzierung zu sprechen ist eigentlich unüberlegt, da das Produkt schon existiert und das aufbringen von finanziellen Mitteln als solches eher als eine Vorbestellung für einen günstigeren Preis zu sehen ist.

Die Risikofinanzierung kommt dann zur Sprache, wenn es um Ideen geht, die die Person(en) hinter dem Projekt vermarkten wollen, also solche, in denen es noch kein fertiges, bzw. nahezu fertiges Produkt gibt, welches noch den letzten Feinschliff braucht. Hier als Beispiel eine Mini-Drone namens Zano, welche aber nicht fliegen kann. Dieses Projekt hat es nicht nur geschafft lediglich wenige der bestellten Exemplare zu verschicken, sondern auch durch die Veruntreuung von Firmenkapital eines Mitbegründers das Unternehmen ins finanzielle Chaos zu stürzen, was am Ende dazu führte, dass nicht nur ein fehlerhaftes Produkt ausgeliefert wurde, sondern auch dazu, dass viele Mitglieder der Kickstarter Community Geld verloren haben, die Zano mitfinanziert haben.

Ein sehr großer Vorteil des Crowdfunding ist allerdings nicht zu unterschätzen. Die Macher von Projekten/Produkten haben nach Ihrer Idee direkt die Möglichkeit zu sehen, ob Ihre Vorstellungen mit dem aktuellen Zeitgeist der neuen Benutzer übereinstimmen, oder aber ob sie sich geirrt haben. Auf dem ersten Blick mag es vielleicht sehr enttäuschend wirken, wenn das eigene Projekt, an dem man lange gesessen und gefeilt hat, nicht gebacken werden konnte, allerdings muss man das als ehrliches Feedback annehmen und nicht den Kopf hängen lassen, da man ja auch seiner Zeit vorraus sein kann.

Man sollte jedoch immer im Hinterkopf behalten, dass Platformen wie Kickstarter als quasi-Marktübersicht kein reales Marktgeschehen zulässt, da die Benutzer sich auf einen kleineren (im Vergleich) Kreis von Personen im Internet widmet. (Während sich knapp die Hälfte der Weltbevölkerung im Internet vergnügen (~3.1 Mrd), gehen nur knapp 3.6 Mio von 11.5 Mio Kickstarter-Nutzer regelmässig auf die Seite um zu unterstützen.

Alles in allem ist Crowdfunding eine gute Möglichkeit, sich ohne Investoren selbst zu verwirklichen. Dabei ersetzt Kickstarter allerdings nicht, sich vor dem Projekt Gedanken zu machen, was danach passieren kann.